AGRITURISMO - COUNTRY HOTEL COSTA D'ORSOLA
Loc. Orsola - Pontremoli - Tuscany - Italy
tel. e fax + 039 0187 833332
p.iva 00539470450
project by Fantanet S.r.l.

FRANKFURTER RUNDSCHAU - 1996

"Erholung am Rande der Welt.
Ein Dorf wird rum Hotel: das "Costa d'Orsola" in der Lunigiana.
Von Dorette Deutsch
Bei der Olivenernte kommen noch die th;heren Landarbeiter vorbei, zum Zuscahuen allerdings nur, denn der alteste ist fast 100 und lebt im Hospiz in der Stadt: wie sch8n es hier geworden sei und vor allem wie komfortabel und bequem.
Die Urspn'Inglichkeit der Landschaft ist unverAndert, nur in der Ebene stehen wenige Neubauten und daruber ist der Blick frei bis zu den Gipfeln des Appenin.
Orsola hiess der Ort frUher, als in den Natursteinhausern
vier Grossfamilienlebten, die die angrenzenden zehn Hektar Land mit Oliven und Wein bewirtschaften. Costa d'Orsola heisst das Hotel heute, in dem jeder Stall und Laubengang in seiner urspriinglichen Architektur erhalten geblieben ist. Roberta, Daniela, Gianni und Stefano haben den ganzen Weiler vor acht Jahrender Gemeinde Pontremoli mitsamt dem Ackerland abgekauft. In vierj3hriger Eigenarbeit und unterstUtzt von einem pensionierten Baumeister der Gegend, der als einer der wenigen noch wusste, wie man die alten "Muri a secco" ohne Zement in die Hohe baut, haben die vier aus dem verfallenen Weiler ein ungewöhnliches Hotel geschaffen: so einfach und k1ar, wie man es sich als Erholung fürs Auge oft. und meistens vergeblich wünscht, ohne Schnickschnack und doch mit allem Komfort.
Das "Costa d'Orsola" liegt im nördlichsten Teil der Toskana, am Rand der dichten Wälder, die bereits an di e Provinz Ligurien grenzen. Lunigiana heisst das ganze Gebiet, das schon immer zu den ärmsten Gegenden Norditaliens gehörte, Riesige Kastanienwälder waren lange Zeit der einzige Reichtum der Bevölkerung, der früher als Lebensperspektive oft nur die Emigration blieb. Wie ein uralter Märchenwald wirkt die Lunigiana heute, mit magischen Kulsteinen, die manchmal vereinzelt am Waldrand stehen, oder sich wie in Luni zur äusseren Umgrenzung eines grandiosen Amphitheaters fügen. Die
ganze Lunigiana ist der wohltuende grüne Fleck am nördlichen Ende der Toskana, wo doch sonst die Städte mit ihren Touristenströmen und Kunstwerkenselbst zu einer einzigen überfüllten Kunstausstellung werden.
In Landschaft und Architektur haben sich hier die Spuren der Vergangenheit so unverfälscht erhalten, dass man den Kontrast als angenehm natürlich gegenüber dem Rest der Toskana früher war, so zentraI ist sie heute über ein gut ausgebautes Verkehrsnetz zu erreichen: Gerade eine Stunde von Pisa, Lucca oder Florenz, von aIlem lauten Treiben entfernt. Die nächste kleinstadt , Pontremoli, sieht aus , als wäre sie aus lauter Lebkuchenhäusem zusammengestellt, die sich schutzsuchend über engen Laubengangen zusammendrängen. Alte Cafés, bäuerliche Trattorien, schummrige Petroleumlampen in den Gassen- fast alles ist so wie früher geblieben und doch frei von jeder Künstlichkeit.
Wenige Kilometer sind es von hier bis zur Küste von Massa oder Carrara oder in die exklusiven arte Liguriens.
Und doch ist hier jedes hektische Leben unendlich weit entfernt. In Costa d’Orsola taucht man ein in unendliche Wiesen, weite Kastanienwälder, Olivenhaine, und riesige Felder mit Weinreben. Alle zehn Hektar Land werden heute noch von den vier Hotelbesitzern bewirtschaftet, die sich die Arbeit mit einer Gruppe junger Leute teiIen. Das ungewöhnliche an dem Costa d'Orsola ist, dass hier ein kleines Dorf mitsamt seiner natürlichen Umgebung erhalten geblieben ist.
Durch die Bewirtschaftung der Ländereien hat das Costa d'Orsola wenig von einem Hotelbetrieb wie man ihn normalerweise kennt. Das Leben scheint hier wie seit J ahrhundert en weiterzugehen.
Die Umstrukturierung in ein Hotel war allerdings lebensrettend, denn nur von den der Landwirtschaft konnte hier keine Grossfamilie mehr leben. Die alten Häuser wurden einfach und stilecht restauriert. In einem der ehemaligen Ställe ist die Bar untergebracht , in einem anderen das Restaurant, das sich auf meherere Räume verteilt. In keinem davon stehen mehr als sechs Tische, wo siche gelegentlich auch die Hotelgäste mit den Einheimischen beim grossen Geburtstagsfest begegnen.
So stammt auch der Wein aus der eigenen Produktion, die Rezepte ausschliesslich aus der traditionellen Küche der Lunigiana: was früher als Arme-Leute-Küche galt, hat sich heute in exklusive Gerichte verwandelt, weil getrocknete Steinpilze für die Saucen, Kräuter fur Lamm-und Wildschweinbraten, Kastanien, fur Torten und manchmal noch für Brot mühsam gesammelt und verarbeitet werden müssen. Die Küche der Lunigiana liefert sehr anschaulich auf den Teller , was das Auge rundherumals Erzeugnisse der Wälder und im Unterholz wachsen und gedeihen sieht.
In perfekter Abfolge der vier Gänge kochen Daniela und Roberta zwimal am Tag die Gerichte, die hier neben dem alten Kamin nach der Landarbeit schon immer auf dem hölzemen Küchentisch standen.
Man fühlt sich in einer vertrauten und doch ungewohten Welt, wenn man über die gepflasterten Gassen durch die typischen Bögen geht, zwischen denen sich wie eh und je die alten Steinhäuser aneinander kauern. Ausser 14 Zimmer mit Hotelservice gibt es auch ein altes zweistökiges Bauernhaus, in dem man ganz nach der eigenen Zeiteinteilung leben kann.
AUSKUNFT:
Azienda agri turistica Costa d' Orso la, località Orsola, Pontremoli (MS)
Tel und fax: 0039/187/833332.
Doppelzimmer mit fruhstuck ab 95.000 lire, Vollpension ab
180.000 lire.
Fur Wochenenden und Wochenaufenthalte gibt es besondere Pauschalangebote."

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